40 Jahre Igelpuhl im Überblick

Das Wohngebiet Igelpfuhl ist eng mit der Prenzlauer Wirtschaftsgeschichte verbunden: 1969 nahm das Armaturenwerk seine Produktion auf und etliche der rund 1.500 Mitarbeiter wanderten neu nach Prenzlau zu. Für sie wurden Wohnungen gebraucht.

Philipp-Hackert-Straße
Bau der Philipp-Hackert-Straße

Da war es ganz logisch, das dringend erforderliche Neubaugebiet an der Brüssower Allee – zwischen Stadt und Werk – zu planen. So wurde es auf einem Areal gebaut, das vor hundert Jahren durch Teiche und Sumpfwiesen geprägt war, und auf dem, abgeschieden »hinter den Bahngleisen«, die Prenzlauer später ihre Gärten und Laubengrundstücke hatten. Mit dieser Abgeschiedenheit war es vorbei, als am 9. August 1971 die neue Konsum- Kaufhalle an der Brüssower Allee eröffnete und aus dem sumpfigen Gartengelände rund um den Igelpfuhl die ersten Häuserzeilen – vorerst mit Ofenheizung – wuchsen.

Ihre Bauelemente, brusthohe ›Großblöcke‹ aus Beton, wurden aus Neubrandenburg auf der Landstraße herangefahren. Aus der Bezirksstadt kamen auch die Fertigteile für den nächsten Bauabschnitt, den Robert-Schulz- Ring. Und als dort 1972 die Grundschule für das Gebiet eröffnet wurde, lagen in den Planungsbüros schon weitere Pläne auf den Zeichentischen: Für eine Straßenbrücke, die dem langen Warten an der Bahnschranke Brüssower Straße ein Ende machen sollte. Und für weitere Wohnhäuser mit rund 800 Wohnungen auf dem zum Kasernenareal hin ansteigenden Wiesengelände.

Diese Häuser entstanden dann schon als moderne Plattenbauten, bis 1981 ergänzt durch eine Kinderkombination, die heutige Kita »Kinderland«, eine POS, die heutige Philipp- Hackert-Schule und eine weitere Kaufhalle gleich neben dem Igelpfuhl. Was das Wohnen rund um den neu angelegten Georg-Dreke- Ring begehrt machte: Fernwärme war hier Standard. Auf solchen Heizkomfort hatte der ›Altbauteil‹ des Wohngebiets noch bis 1995 zu warten. Erst mit der umfassenden Sanierung rund um den Robert-Schulz-Ring und die Philipp-Hackert-Straße wurden über 700 Wohnbau-Wohnungen nachgerüstet. Dazu erhielten sie eine Wärmedämmung und eine komplette Runderneuerung der Freianlagen.

Robert-Schulz-Ring
Bau am Robert-Schulz-Ring

Vier Jahre später rekonstruierte die Wohnbau dann ihre Bestände am Georg-Dreke- Ring. Hier mussten, in eben erst 20 Jahre alten Neubauten, die verschlissene Haustechnik und die Ausstattung der Bäder komplett erneuert werden. Mit der Wärmedämmung erhielten die Fassaden eine freundliche Farbgestaltung, und nachdem die Gerüste abgebaut waren, legte die Wohnbau die stark beanspruchten Freianlagen zwischen den Häuserzeilen neu an.