Dem Müll auf der Spur

Detlef Krieser macht eigentlich einen ganz ausgeglichenen und ruhigen Eindruck. Seit mehr als 30 Jahren ist er in der Abfall- und Entsorgungswirtschaft tätig. »Müllabfuhr« heißt es bei vielen noch heute. Daraus macht sich Detlef Krieser nichts. Woraus er sich aber durchaus etwas macht, das ist die Achtlosigkeit vieler Mitmenschen.

 

Abfallentsorgung
Mitarbeiter der UDG bei der Sperrmüllentsorgung

Als er mit seinen Kollegen kürzlich am Robert- Schulz-Ring mit den obligatorischen drei Fahrzeugen anrückte, stand ihm der Unmut ins Gesicht geschrieben. »Es ist einfach ärgerlich, wenn alles kreuz und quer durcheinander geworfen wird und wir den Sperrmüll dann wieder ewig lange auseinander sortieren müssen. Das braucht Zeit«, seufzt er.
Mülltrennung ist wichtig
Mülltrennung ist jedoch nicht nur beim Sperrmüll ein Problem, mit dem sich die Entsorger der UDG – Uckermärkische Dienstleistungsgesellschaft – täglich auseinandersetzen müssen. »Da kann man immer wieder nur an die Vernunft der Leute appellieren «, weiß UDG-Geschäftsführer Thomas Hacker. »Als UDG sind wir für die Entsorgung von Abfällen aus Haushalten und anderen Herkunftsbereichen zuständig«, erläutert er. Das umfasst den Restmüll, der in der ›normalen‹ Tonne landet, aber auch Papier- und Sperrmüll.

 

Tourenpläne regeln die Abfuhrzeitpunkte genau
Regelmäßig, genau eingeteilt nach ihren Tourenplänen, rücken die Fahrzeuge der UDG in Wohngebieten und Eigenheimsiedlungen an, um Tonnen und Container zu leeren. »Dabei erleben die Mitarbeiter immer wieder böse Überraschungen«, ärgert sich Thomas Hacker. Da gibt es den in die Restmülltonne geworfenen ausrangierten Computer, den Hausmüll mit Küchenabfällen und anderem mehr, der in der Papiertonne zu finden ist und den restlichen Inhalt der Tonne damit unbrauchbar macht oder es sind die oft gedankenlos daneben geworfenen Mülltüten, die nicht mehr in den Container passten. »Dabei ist die Kapazität genau berechnet. Von den Wohnungsunternehmen und Vermietern wird uns der entsprechende Bedarf gemeldet. Das passt. Aber wenn Müll illegal entsorgt wird und dorthin kommt, wohin er nicht gehört, bekommen wir Probleme.«

 

Auch die Vermieter machen einiges
Thomas Hacker ist froh, dass man dem jetzt durch die Einhausung von Containerstellplätzen die Stirn bieten will. »Die Wohnbau Prenzlau hat das Problem erkannt und reagiert mit dieser Maßnahme. Schließlich ist es auch nicht einzusehen, dass deren Mieter ihre Gebühren, die sich in den Betriebskosten wiederfinden, bezahlen und andere auf ihre Kosten den Müll abladen.« In der Abfallgebühr enthalten sind unter anderem die Sperrmüllentsorgung, das Einsammeln von Papier, der Schadstoffmobileinsatz, die Sondermüllentsorgung, das Einsammeln von Elektrogeräten und die Entsorgung kompostierbarer Abfälle. »Das sind die für die Mieter wesentlichen Leistungen.« So kann zu entsorgender Sperrmüll problemlos und sehr unbürokratisch bei der UDG zur Abholung angemeldet werden. »Im Normalfall erfolgt die Abholung dann innerhalb einer Woche. Wer will, kann ihn aber auch direkt zu uns zur Wertannahmestelle bringen. Hier werden ebenfalls Gartenabfälle und kleinere elektrische Geräte entgegen genommen. « Größere Elektrogeräte wie Waschmaschinen und Kühlschränke holt die UDG direkt ab. »Das kostet nichts zusätzlich.« Umso verdrießlicher ist es, dass einige Mitbürger selbst diesen einen Anruf nicht tätigen, sondern ihren Sperrmüll lieber illegal entsorgen. Zwar hole man die Sachen dann nach Beauftragung durch das Ordnungsamt ab, dem Verursacher droht allerdings, wird er erwischt, ein Verwarn- oder Bußgeld. »Das kann man sich sparen, wenn man die Entsorgung ordnungsgemäß anmeldet.«

 

Mülltrennung sorgt für sinkende Betriebskosten
Die Mülltrennung, so macht der UDG-Geschäftsführer deutlich, ist eine Frage nicht nur des Umweltbewusstseins, sondern auch der Kostenrelevanz. »Eigenheimbesitzer merken dies sehr schnell und wissen auch, was wohin gehört. Denn da spielt es schon eine Rolle, ob die 60-Liter-Tonne reicht oder man doch 80 Liter bestellt.« Der gesamte Müll, der von der UDG eingesammelt oder entgegen genommen wird, wird weiter nach Schwedt zur Recon GmbH gebracht, wo die Verwertung stattfindet. Nicht in den Hausmüll gehören, neben Papier und Glas, die in den entsprechenden Containern gesammelt werden, alles, was mit einem grünen Punkt gekennzeichnet ist. »Diese Sachen kommen in den gelben Sack oder die gelbe Tonne. Als Regel kann man sich dabei merken, dass es sich um Endverpackungen handelt.« Die Entsorgung ist bereits mit dem Kauf des Produktes bezahlt. Verantwortlich für diese Dienstleistung ist die ALBA Uckermark GmbH. Was ebenso wenig wie Verpackungen in den Hausmüll gehört sind Bauabfälle, alte Batterien, Farbdosen und dergleichen mehr. »Auch hier machen wir immer wieder schlechte Erfahrungen. « Bei der UDG will man für das Thema sensibilisieren. Durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, in enger Zusammenarbeit mit Partnern wie der Wohnbau, mittels des jährlich herausgegeben Abfallratgebers, der auch die Entsorgungstermine enthält, und über die Homepage der UDG. Unter www.udg-uckermark.de finden sich alle wichtigen Infos. Hier gibt es den Abfallratgeber zum downloaden, die Öffnungszeiten des Wertstoffannahmehofes und die Entsorgungstermine. Man kann sich über Gebühren und Satzungen ebenso wie über die weiteren Leistungen der UDG, zu denen unter anderem auch die Unterhaltung von 400 Kilometer Straßennetz in der Uckermark gehören, informieren.

 

Weitere Informationen

/// Internetseite Wertstoffannahme UDG

/// Abfallratgerber der UDG

 
Gelber Sack
Tragetaschen, Beutel, Folien Plastikflaschen von Körperpflegemitteln, Getränken, Putzmitteln Kunststoffverpackungen, Styropor Joghurtbecher, Margarinebecher, Dosen, Aluminiumverpackungen Verbundverpackungen wie Getränkekartons, Tetrapaks Vakuumverpackungen
Altglas
Glasflaschen aller Art, sortiert nach der Farbe des Glases, zerbrochene Glasgegenstände
Altpapier
Zeitungen, Zeitschriften, Prospekte, Illustrierte Schreibpapier, Briefumschläge, alte Hefte Brötchentüten Pappe, Kartons, Schuhkartons, Tiefkühlkostschachteln, Eierkartons
Restmüll
Windeln, Hygieneartikel Asche, Ruß Porzellan, Keramik, Fensterglas, Spiegelglas, Glühbirnen Staubsaugerbeutel Fotopapier, verschmutztes Papier, Lumpen Essenreste